Das Regionalbüro Nordwest der Mobilen Beratung Niedersachsen veranstaltet am 23. April 2022 von 10 bis 16 Uhr online einen niedersächsischen Fachtag zum Umgang mit Verschwörungsideologien

Verschwörungserzählungen und Antisemitismus haben Konjunktur – das gilt auch im dritten Jahr der Pandemie. Der Umgang mit Verschwörungsideologien und ihren Anhänger:innen stellt viele Menschen vor Herausforderungen: Etwa im Privaten, wo Freund:innen und Angehörige reagieren möchten, wenn Menschen aus ihrem Umfeld Verschwörungserzählungen verbreiten. Auch Schulen sowie Kinder- und Jugendhilfe sind häufig mit dem Thema konfrontiert, zum Beispiel durch Aktionen gegen Infektionsschutzmaßnahmen in diesen Einrichtungen und das Verteilen von Flugblättern, aber auch mit verschwörungsideologischen Sichtweisen unter Jugendlichen. Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft stehen vor der Herausforderung, einen Umgang mit den sogenannten „Spaziergängen“ zu finden, die sich harmlos und „bürgerlich“ geben, dabei jedoch Verschwörungspropaganda verbreiten – an vielen Orten unter reger Beteiligung von Neonazis, (extrem) Rechten, ReichsbürgerInnen und anderen extremen Rechten.

Dass Verschwörungsdenken Gewalt hervorbringt, zeigt sich auch immer wieder an Bedrohungen und Angriffen auf Journalist:innen oder Engagierte.

Mit unserem Fachtag möchten wir einen Raum bieten, sich in Vorträgen und Workshops mit verschiedenen Aspekten des Themas auseinanderzusetzen und über Umgangsweisen auszutauschen. Dabei soll es unter anderem um folgende Fragen gehen: Wie hängen Verschwörungsideologien mit Antisemitismus zusammen und wie äußern sie sich in Niedersachsen? Wie lässt sich erklären, dass Verschwörungserzählungen trotz ihrer Irrationalität als ansprechendes Deutungsmuster für gesellschaftliche Vorgänge erscheinen? Wie kann Bildungsarbeit auf Verschwörungsdenken unter Jugendlichen reagieren und auf welche Methoden können Pädagog:innen dafür zurückgreifen? Warum funktioniert verschwörungsideologische Desinformation in sozialen Netzwerken so gut und was kann dem entgegengesetzt werden? Wie können Betroffene von verschwörungsideologisch motivierter Gewalt unterstützt werden?

Die abschließende Podiumsdiskussion beleuchtet Herausforderungen und Umgangsweisen mit Verschwörungsideologien und dem dazugehörigen Spektrum: Welche (unterschiedlichen) Erfahrungen, Einschätzungen und Perspektiven auf das Thema gibt es von Journalist:innen, Wissenschaft, Recht und Zivilgesellschaft?

Programm

Das Programm kann dem Flyer zum Fachtag entnommen werden, der hier heruntergeladen werden kann.

Anmeldung

Eine Anmeldung (mit Angabe des bevorzugten Workshops) ist bis zum 21. April möglich an: nordwest@mbt-niedersachsen.de

Falls es mehr Anmeldungen gibt, als Plätze zur Verfügung stehen, werden die Teilnehmer:innen im Losverfahren ausgewählt.

Einlassvorbehalt: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen, völkischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen, völkischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Jegliche Film-, Ton- und/oder Videoaufnahmen sind nicht erlaubt.